Geschichte des ökologischen Ausgleichs

Im Jahr 1989 wurde im Kanton Basel-Landschaft vom Regierungsrat und Landrat ein Programm zur Unterstützung der ökologisch wertvollen Lebensräume im Landwirtschaftsgebiet ins Leben gerufen. Dieses Programm basierte von Anfang an auf der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden.
In den ersten Jahren standen die gefährdeten Magerwiesen und –Weiden im Fokus. Mit freiwilligen Vereinbarungen zwischen Bewirtschafter und Kanton konnten diese sehr wertvollen Objekte gesichert werden. Die Bewirtschaftungsauflagen wurden definiert, im Gegenzug wurde für den Minderertrag und die Mehrleistung eine Abgeltung vereinbart, die damals vollumfänglich vom Kanton bezahlt wurde.
Ab 1994 kamen weiter Objekttypen dazu: Hecken, Hochstammgärten und Buntbrachen konnten von nun an ebenfalls gefördert werden. Die rechtliche Grundlage bildete die „Verordnung über Abgeltungsbeiträge zur Schaffung und Erhaltung von ökologischen Ausgleichsflächen in der Landwirtschaftszone“ von 1994 (revidiert 2001). Auf Bundesebene wurde die ab 1992 die Ökologisierung in der Landwirtschaft schrittweise vorangetrieben. Entsprechend wurden immer mehr finanzielle Leistungen vom Bund übernommen und ermöglichten es dem Kanton, weitere Objekte zu fördern und Projekte (wie zum Beispiel den „Obstgarten Farnsberg) zu unterstützen.
Im Jahr 2001 trat die Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV) des Bundes in Kraft. Damit wurde ein Standard der Qualitätsbeurteilung gesetzt, der im Kanton Basel-Landschaft zumeist übertroffen wurde. Das Programm „Ökologischer Ausgleich BL“ wurde denn auch vom Bund sofort anerkannt. Ebenfalls wurde vom Bund die Erstellung von regionalen Vernetzungskonzepten verlangt um die Vernetzungsbeiträge auszahlen zu können. Der Kanton Basel-Landschaft konnte im Jahr 2002 ein Konzept für den ganzen Kanton vorlegen, welches ebenfalls vom Bund genehmigt wurde.
Mit der AP 14/17 hat sich die Stellung des Bundes nochmals verändert. Jetzt werden die Qualitätsbeiträge für die Qualitätsstufe I wie auch für die Qualitätsstufe II vollumfänglich vom Bund bezahlt. Davor war für die QII (ehemals ÖQV-Qualität) eine Ko-Finanzierung von Bund und Kanton die Regel. Gleichwohl bleibt der Kanton für die Umsetzung und die Qualitätserhebung wie auch für die Festlegung der Bewirtschaftungsauflagen zuständig.
Neu werden auch Landschaftsqualitätsbeiträge ausbezahlt. Auch hier wird die Umsetzung vom Kanton vollzogen, die Beiträge werden zu 90% vom Bund getragen.

Jubiläumsbroschüre: "10 Jahre ökologischer Ausgleich" von 1999

Jubiläumsbroschüre: "15 Jahre ökologischer Ausgleich" von 2003

«Biodiversität ist Leben – deshalb brauchen wir ökologisch produzierte Lebensmittel.»

Suzanne Oberer,
Präsidentin BNV

«Mehr Biodiversität stabilisiert das landwirtschaftliche Produktionssystem und senkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge. Davon profitieren die Bauern und die Artenvielfalt. Das ist das Ziel des kantonalen Förderprogramms.»

Lukas Kilcher,
Leiter landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain

 Danke, dass es den "Oekoausgleich" gibt. Denn wenn Vielfalt Einfalt ersetzt, dann gewinnen alle dabei.

Daniel Zwygart, Biologielehrer und Präsident NVVZ